Pros und Cons: Autotuning mit Gebrauchtteilen oder Neuwaren

Bereits vorab machte ich mir Gedanken, welche Autoteile wohl die besten wären, um meinen VW-Bus umzubauen. Natürlich kommt man beim Tuning immer in die Versuchung, möglichst das Neueste und Beste haben zu wollen. Was ist aber, wenn man z.B. ein recht altes Auto hat, für das es keine neuen Teile mehr gibt? Gibt man dann grundsätzlich auf, sein Auto zu tunen oder sind Gebrauchteile genauso gut? Im Internet finden sich unzählige Angebote von Autoteilen, die Second Hand gekauft werden können. Darunter befinden sich neben Winterreifen auch Felgen, Motorhauben, Spiegel, Radios und die besagten Sitzbänke, die auch ich kaufte. Ich selbst muss sagen, dass ich mit den Gebrauchtteilen extrem gute Erfahrungen gemacht hatte. Ich kaufte sie über das Internetportal gebraucht-kaufen.de und bis heute habe ich keine größeren Mängel festgestellt. Mir gefällt sogar dieser leichte Used-Look, den man bei den geschniegelten und glatt politierten Neuteilen oft schmerzlich vermisst.

Natürlich haben auch die Neuteile ihre Vorteile. Besonders bei lackierten Autoteilen und Felgen kann man davon ausgehen, dass es weder einen Kratzer noch einen Lackfehler gibt. Neue Winter- und Sommerreifen haben noch immer die optimale Profiltiefe. Ein wichtiges Kriterium, das bei Gebrauchtkäufen von Reifen kaufentscheidend sein muss. Denn ohne Profil greift das Rad nicht auf dem Untergrund und schlimmstenfalls können tödliche Unfälle die Folge sein. Deshalb stehe ich Gebrauchtreifenkäufen mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einige Leute raten sogar komplett davon ab. Mein Freund Ralf, der Automechaniker, ist sogar ein absoluter Fan von Second-Hand-Artikeln, sagt aber, dass man sich immer die Fotos genau anschauen sollte. Oder bestensfalls das Produkt direkt beim Verkäufer abholt und dabei prüft, ob die Angaben den Preis wert sind oder man lieber nicht kauft. Wenn man sich nicht auskennt, sollte man einen Autokenner mitnehmen. Dieser kann beratend zur Seite stehen, auch einmal (bei den Reifen) das Lineal anlegen oder sogar den Preis herunterhandeln. Online ist das auch möglich, wenn man nur mit den richtigen Verkäufern kommuniziert.

Ich selbst kaufe wohl fast alles gebraucht. Und auch bei Autoreparaturen stehe ich eher auf Recycling als auf Neueinbau. Das heißt, dass ich zum Beispiel eine Beule in meiner Motorhaube erst letztens in einer Werkstatt ausbeulen ließ, anstatt die Motorhaube komplett ausbauen und neu einbauen zu lassen. Einige Werkstatten hatten mir sogar dazu geraten und enorme Preise von bis zu eintausend Euro verlangt. In einer Werkstatt bezahlte ich für das Ausbeulen lediglich einhundert Euro. Vergleichsweise billig. Die Werkstatt wurde sogar vom ADAC empfohlen. Dort findet man eine Liste mit den besten Werkstätten in Deutschland, die für nur wenig Euros alle mögliche Autoteile ausbessern bzw. ausbeulen. Und das zu erschwinglichen Preisen ab 50 Euro. Wie man sieht, scheint der Trend auch beim Autotuning und der -reparatur zum Recycling zu gehen.

Ich hatte mir auch schon einmal überlegt, wenn ich älter und gediegener bin und natürlich mehr Geld habe, dass ich mir einen Oldtimer zulege. Bestenfalls einen VW. Denn ich bin absoluter Volkswagen-Fan und kann mir nicht vorstellen, ein anderes Auto zu besitzen bzw. zu fahren. Oder ich widme mich erst einmal meinem eigenen Schmuckstück. Denn ich überlege meinen T5 neu zu lackieren, entweder im Schachbrettmuster oder mit mattem Lack. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich lieber doch erst einmal auf ein neues Auto warte und dieses dann neu lackiere und tune oder mit meinem eigenen VW fortfahre. Das Angebot an guten und günstigen Gebrauchtwagen ist halt sehr verlockend. Und da sind wir auch schon beim nächsten Vorteil von Gebrauchtwagen und -teilen. Wie Autos bereits nach einem Jahr die Hälfte des Wertes verlieren und der Wertverlust exponentiell weiterläuft, verlieren auch Gebrauchtteile nach wenigen Einsätzen oder Kilometern bereits enorm an Wert. Gut für diejenigen, die auf der Suche nach einem guten Preis-Leistungsverhältnis sind. Ich habe mir schon zweimal beispielsweise gebrauchte Felgen, einmal aus Stahl, einmal aus Leichtmetall gekauft. Bei den Leichtmetallfelgen war ich etwas enttäuscht, da sie auf den Fotos besser aussahen als in Natura. Doch die Stahlfelgen überzeugten mich sofort. Ein passionierter Autotuner wollte etwas aus seinem Bestand loswerden und dazu zählten auch die Felgen. Und diese erwarb ich. Auch meine Sitzbänke, meine Sitzbezüge, meine Spiegel und meine Sommerreifen erwarb ich als Gebrauchtteile. Und bislang war ich immer - mit kleinen Abstrichen- zufrieden mit meinen Käufen. Neuteile sind meine Winterreifen und eine meiner Autotüren (ein größerer Unfall vor drei Jahren; und ich war nicht einmal schuld).

Also fassen wir kurz zusamen:

Das ist nur eine sehr knappe Zusammenfassung. Natürlich hat jeder seine eigenen Erfahrungen mit Gebraucht- und Neuteilen gemacht und kann seine eigenen Geschichten erzählen. Ich selbst rate aber jedem zu Gebrauchtteilen, wenn man eine gewisse Vorsicht an den Tag legt.